Studiengang S2 PHTG Berufspädagogik

März 12, 2008

„Fish Bowl“

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 7:03

Einstieg:
1. Heute machte Benjamin den Einstieg mit einem Kennenlern-Spiel und einer Übung zur Gruppenbildung. Wir stellten uns paarweise gegenseitig mit Namen vor und überreichten der Partnerin bzw. dem Partner dabei einen kleinen persönlichen Gegenstand. Sobald der eigene Gegenstand wieder bei einem ankam, war das Spiel für einen beendet.
2. Für die Gruppenbildung zogen wir je eine Karte mit verschiedenen Anfangsmelodien wie z.B. Pink Panther. Jede/r summte seine Melodie und suchte die Gruppe mit derselben Melodie.
Ich denke, dass ich das erste Beispiel bei einer neu gebildeten Klasse gut einsetzen kann. Das zweite Beispiel finde ich sehr kreativ. Es werden einmal völlig andere Sinne und Hirnregionen angesprochen

Geschichten:
Nachdem wir zu viert unsere dritte Geschichte gegenseitig vorgelesen und positive Rückmeldungen gegeben haben, reflektierten wir die Übung mit der „Fish Bowl“-Methode:
In einem Kreis von Stühlen stehen vier Stühle. Sobald mindestens drei Stühle besetzt sind, äussern sich die Sitzenden zu bestimmten Diskussionsfragen. Im äusseren Stuhlkreis sitzen die Beobachterinnen bzw. Beobachter. Alle haben jederzeit die Möglichkeit, sich in die Mitte zu setzen und den Kreis wieder zu verlassen.

Unsere Diskussionspunkte mit einigen exemplarischen Erkenntnissen:

bp-fishbowl-foto-11032008.jpg

1. Vergleich zwischen Innen- und Aussenperspektive
Für einige waren die vielen positiven Rückmeldungen peinlich. Von unserer Sozialisation her sind wir das kaum gewohnt.
2. Häufung der Ressourcen
Die Laborsituation wurde vom Alltag unterschieden. Es kommt weniger darauf an, ob die positive Deutung richtig oder falsch ist, sondern welche Deutung am passendsten und nützlichsten ist.
3. Veränderung auf der Beziehungsebene/Zustandsänderungen
Es geht um eine Beziehungsdidaktik. Wichtig ist, auch in einer schwierigen Situation den andern bzw. die andere wert zu schätzen und bei ihm bzw. ihr Ressourcen zu sehen.
4. Transfer in den pädagogischen Alltag
Das positive Umdeuten kann zur Kommunikations-, Feedbackkultur und zur pädagogischen Haltung werden.
5. Und was noch?
Ist das Manipulation? Aus konstruktivistischer Sicht können wir entweder nicht manipulieren oder wir können nicht nicht manipulieren bzw. Manipulation ist unmöglich. Entscheidend ist mit welcher Moral und Ethik wir handeln.
Das Setting der Fish Bowl
- ermöglicht, die Gesprächs- und Beobachtungsfunktion zu trennen
- die Diskussion ist selbstorganisiert und
- kann für die Kommunikation im Klassenzimmer modellhaft sein, z.B. Zuhören

Mini-Input:
Cornelia führte uns heute in die alternative Leistungsbeurteilung ein. Sie sollte
- human
- attraktiv und
- transparent sei

Wir notierten unser Verständnis von „Leistung“ und geeignete Formen der Leistungserbringung/-bewertung. Drei Leute lösten eine Gruppenaufgabe und zwei Beobachterinnen bzw. Beobachter beurteilten die Leistung
- anhand eines Kompetenzrasters und
- als verbalen Bericht.
Die Unterschiede wurden besprochen: z.B. die Scheinobjektivität.

Cornelia gab uns einen Input zu alternativen Bewertungsarten, unter anderem aus der Reformpädagogik: z.B.

- Klassenrat
- verbale Berichte
- Kompetenzraster
- adressspezifische Zeugnisberichte
- Tabellen
- Arbeitsplan
- Fertigkeitsbescheinigung
- Freiarbeit
- Karteikästen

Fortsetzung folgt in der nächsten Veranstaltung …

März 11, 2008

Coaching + Co

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 8:40

Tom liess uns den Zusammenhang zwischen Sport und Unterricht am eigenen Leib erfahren.

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Die Koordinationsübungen zu Gleichgewicht, Orientierung, Rhythmus, Reaktion und Differenzierung lassen sich auf die Schule und das Leben übertragen: Wann leiste ich Widerstand? Wann gebe ich besser nach? Was hat das für Folgen? Wann sind wir im Gleichgewicht? Zeitweise war es für mich ein wenig wie „Schattenboxen“. Widerstände lassen sich einfach auflösen.

Zu dritt haben wir uns dann in Richtung einer NLP-konformen Zieldefinition gecoacht. Mit hartnäckigem Nachfragen brachten wir uns auf die richtige Spur. Die Beobachterin bzw. der Beobachter hat dann schliesslich mit ihrem/seinem Feedback auch noch nachgeholfen. Die Beobachterrolle finde ich sehr konstruktiv.

Kann jede und jeder Coach sein? Was ist eigentlich die genaue Bedeutung dieses Begriffs? Wie können wir Spreu von Weizen trennen? Was ist von coachville zu halten?

Zu viert haben wir uns schliesslich Geschichten aus dem eigenen Leben vorgelesen und die enthaltenen Stärken genannt. Das tut schon noch gut, so viel Gutes zu hören. Auch hier wurden dank positivem Umdeuten bzw. Reframing viele vielversprechende Ressourcen hervorgehoben.

Hier noch ein Link von Timo zum Suso-Gymnasium in Konstanz.

März 6, 2008

Halbzeit und Zwischen-Bilanz

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 1:04

Ausgangslage
Von der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung her war mir die Berufspädagogik schon etwas vertraut. Die IKT war für mich jedoch ziemlich neu. Mir wurde bewusst, dass beides zusammen gehört und ich auch die technische Seite für meinen eigenen Unterricht lernen muss und will.

Verlauf
Zusammen mit dem IKT- und dem IKT-BUA-Kurs habe ich im Kursverlauf die Fachsprache gelernt, Zusammenhänge erkannt und schrittweise unterschiedliche Elemente zu einer Landkarte zusammen gesetzt. Mit der Zeit fand ich mich in den Lernplattformen ILIAS und Moodle mehr und mehr zurecht, bekam einige Uebung im Bloggen und Anregungen zum lösungsorientierten Coaching.

Resultat
Im Vergleich zum Anfang bin ich mit der neuen Lehr- und Lernkultur wie „Blended Learning“ (Gabi Reinmann) und „Coaching“ (De Shazer, NLP) schon viel vertrauter. Ich habe einige Elemente in der Praxis erprobt und meine Lernkompetenzen weiter entwickelt. Mir wurde auch klarer, wie ich Schülerinnen und Schüler vermehrt coachen kann.

Beim Bloggen wird mir immer bewusster, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung sind. Erst mit den Kommentaren beginnt ein Blog so richtig zu „leben“. Auch erkenne ich immer mehr Gestaltungsmöglichkeiten: z.B. weiss ich jetzt, wie wie ich ein eigenes Ton-Dokument einbinden kann (Beispiel folgt).

Was noch?

Februar 28, 2008

Rund ums Lernen …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 5:54

Lernen = Die andern daran erinnern, was sie eh schon wissen (Max Woodtli)

1. Zusätzlich zur Arbeit an den Ressourcen ging es in der letzten Veranstaltung Berufspädagogik um das Projekt „One Laptop per a Child“ OCPC von Nicholas Negroponte vorgestellt.

Max hat uns einen 100 Dollar-PC mitgebracht: ein kleines weiss-grünes, aufklappbares „Ding“ aus Plastik. 600 Mio. Stück sollen schon verkauft sein. Beim Kauf eines Exemplars wird ein zweites erworben, das einem Kind in Afrika geschenkt wird. Der Mini-Laptop arbeitet für 4-5 Stunden unter anderem mit Sonnenenergie. Das Gerät lässt sich auch als elektronisches Buch benutzen. Auch bei Sonnenlicht ist der Kontrast gut leserlich.

2. Beim Kalibrieren (sich auf jmd. einstellen) dachte eine „Versuchsperson“ an eine ihr sympathische und eine unsympathische Person. Sie hatte die Aufgabe, für die beiden Personen relevante Vergleiche zu ziehen, z.B. wer ist grösser? und dabei an die entsprechende Person zu denken. Vor allem beim zweiten Versuch tippten wir Beobachterinnen und Beobachter bei den Unterscheidungen jeweils auf die richtige Person, sympathisch bzw. unsympathisch. Die Körpersprache, insbesondere die Mimik, verrät viel über unser Denken und Fühlen. Als Karikatur hat uns Max Emil als „Wahlverlierer“ vorgespielt.

3. Als Hausaufgabe beschreiben wir drei biografische Anekdoten aus unterschiedlichen Lebensabschnitten mit herausfordernden Situationen.

Als zweite Hausaufgabe schreiben wir in Anlehnung ans NLP (Neurolinguistisches Programmieren) eine „filmreife“ Zielformulierung für ein realistisches Ziel, das wir erreichen wollen. Wir beantworten die Fragen positiv „Was werden Sie stattdessen tun?“, prozesshaft und spezifisch „Wie werden Sie das genau tun?“ und beschreiben unsere Wahrnehmung auf allen Sinnesebenen und stellen uns die Kontrollfrage: „Was werden Sie tun, wenn das eintritt?“ Der Coach paraphrasiert die Zielformulierung in den Worten des Autors, der Autorin. Beide erstellen z.B. einen entsprechenden selbstbestimmten Lernvertrag.

Ressourcen anzetteln …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 8:40

Gestern ging’s im Einstieg um unsere Wege des immer „systemischeren Handelns“. Mit dem exemplarischen Beispiel „Ressourcen anzetteln“ knüpfe ich an die letzte Veranstaltung mit den Themen Persönlichkeitspsychologie und Coaching-Gespräche an. Auch da ging es indirekt um die Förderung von Ressourcen. Aus dem Buch „einfach systemisch!“ (S. 163 ff.) habe ich Elemente der Ressourcen-Arbeit übernommen, mit eigenen Ideen kombiniert und Uebungen kreiert.

Einführung:

Beim „systemischem Handeln“ geht es unter anderem darum, Themen und Prozesse in Raum und Zeit zu visualisieren und zu verändern, d.h. als Statuen, Bilder, Symbole, Geschichten u.a.m.

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Bild 1: z.B. meine „Ressource“ Linde Obholz

Es gibt Menschen, denen wurden viele Ressourcen praktisch „in die Wiege gelegt“, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die haben rundum viele Ressourcen-Personen. Andere wiederum müssen sich ihre Ressourcen-Quellen selber suchen und aktivieren.

Die folgenden Übungen sollen einen exemplarischen und beispielhaften Eindruck vermitteln, wie wir bei uns als (zukünftige) Lehrerinnen und Lehrer Ressourcen „anzetteln“ können. Dabei können uns die eigenen Erfahrungen helfen, mit Klassen und in Einzel-Coachings ressourcenorientiert zu arbeiten.

In den Uebungen geht es um:

1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit
2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum
3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft
4. Den „Feedback-Doppeldecker“

1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit

Bild 2: Pestalozzi

Zuerst ging es darum, sich an eine Lehrperson zu erinnern, die für einem auf irgend eine Art und Weise am ehesten eine Ressourcen-Person war und ist und zu zweit auszutauschen. Dann wird die Partnerin bzw. der Partner in eine passende Position gestellt und während 5 Atemzügen als Ressourcen-Person wahrgenommen.

2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum

Bild 3: Lehrerin

In der zweiten Übung erinnerten sich alle an ein Ressourcen-Erlebnis im Erfahrungspraktikum und wählten eine Memory-Karte oder zeichneten ein entsprechendes Symbol, das zum Ressourcen-Erlebnis passt.

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Bilder 4 und 5: Ressourcen-Erlebnisse in Bildern

Die Partnerin bzw. der Partner formuliert Hypothesen: Ich denke, du hast dieses Symbol gewählt, weil … Diese Annahmen werden bestätigt oder widerlegt: Ich habe dieses Symbol gewählt, weil es für mich folgendes bedeutet: …

3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft

Bilder 6 und 7: Wasserträger und Krug

Beim Ressourcen-Reframing ging es um`s Umdeuten am Beispiel des vertonten indischen Volksmärchens „Der unvollkommene Krug“: In einem fernen Land geht ein Wasserträger täglich zum Fluss, um zwei Krüge voll Wasser nach Hause zu tragen. Während der eine Krug makellos ist, hat der zweite einen Sprung. Am Ziel ist er nur noch halb voll. Der unvollkommene Krug schämt sich sehr dafür. Der Wasserträger hat Samen gesät, die der unvollendete Krug tränkte. Er bittet den Krug, auf die Blumen zu achten, die nur auf seiner Seite am Wegrand wachsen. So kann der Wasserträger täglich seiner Frau, die krank und bettlägerig ist, einen Strauss frischer Blumen mitbringen.

Jede bzw. jeder notiert sich auf der einen Blattseite eigene „Sprünge“ bzw. Hinderliches und schreibt auf die Rückseite des Blattes wie dieser „Makel“ positiv umgedeutet werden kann.

4. Den „Feedback-Doppeldecker“

Schliesslich suchten wir beim Feedback-Doppeldecker auf folgende Fragen mögliche Antworten:
- Welche Ressourcen haben die Übungen bei dir „angezettelt“?
- Welche weiteren Ressourcen-Übungen fallen dir ein?
- Wie würdest du als Lehrerin bzw. Lehrer mit Ressourcen arbeiten?

Besonders im Sport scheinen Ressourcen-Personen schon „aktiv am Werk“ zu sein. Eine weitere Ressourcen-Übung unter anderen wäre, sich gegenseitig Stärken zuzuordnen. Mögliche Ressourcen-Arbeit wird – bei den bestehenden Stoffplänen und der zur Verfügung stehenden Zeit – vor allem in der Klassenlehrerstunde oder in Projekten gesehen. Max Woodtli nennt Beispiele, wo die Arbeit an Stärken und Ressourcen dazu geführt hat, dass der Stoff in kürzerer Zeit gelernt wurde.

Sandrine und Frauke haben in ihrem Blogs weitere interessante Erfahrungen reflektiert. So kann z.B. auch eine unangenehme Person in uns Ressourcen wecken … Max Woodtli hat noch einen guten Buchtipp zur Ressourcenarbeit mit Jugendlichen: Maja Storch.

Schliesslich geht es darum, das eigene Ressourcen-Reservoir anzureichern. Wenn ich als Lehrerin bzw. Lehrer meine Ressourcen pflege, hilft es mir, Schülerinnen und Schüler entsprechend zu coachen. Ein gutes Coaching für Lernende kann wiederum sehr energiespendend sein und „perpetuum-mobile-artig“ wirken.

Bild 8, 9, 10, 11: z.B. die Natur als „Ressourcen-Spenderin“

Februar 20, 2008

Immer systemischer unterrichten …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 6:54

Sandrine hat gestern das zweite Semester mit einem Line-Dance eröffnet, einer Tanzart aus den USA. Wir haben neben- und hintereinander zu schneller Country-Musik mit raschen Schrittkombinationen getanzt. Anstatt auf den Holzbogen zu klopfen haben wir auf dem Teppich Staub aufgewirbelt. Tom gab uns den Tipp von einer Line-Dance-Gruppe in Amriswil.

Timo und Sebastian haben uns mit ihrem Mini-Input wesentliche Aspekte zur Persönlichkeitskompetenz vermittelt. Wichtig ist, dass sie an konkreten Herausforderungen gefördert wird. Die Anordnung der Tische als Dreieck fand ich für die Gruppenarbeit und die Diskussion sehr angenehm. Ich werde das in meinem Unterricht ausprobieren. Je nach Klassengrösse werde ich auch ein Vier- oder Fünfeck bilden.

Max ist nochmals auf die Bedeutung des Rapports beim Coaching eingegangen – vergleichbar mit einem Paartanz. Ein weiterer wesentlicher Aspekt für das Coaching ist die Sprache und die Kommunikation. Verschiedene Ansätze können uns dabei helfen: z.B. Didaktische Modelle (z.B. Peterssen), Beratungsmodelle und therapeutische Modelle (Kersten Reich) oder Subjektwissenschaftliche Modelle (Andreas Gruschka). Der Fokus liegt auf der Lösungsorientierung: wir sehen den Käse um das Loch. Das Gegenteil wäre das Lied von „stiller has“, „Was isch?„. Wir wissen auch, dass wir nicht alles wissen (Lethologie; Heinz von Förster). In einer Übung haben wir anhand von Sätzen zwischen Beobachten und Interpretieren unterschieden.

Wie kann ich gleichzeitig fördern und beuteilen? Indem ich beides transparent deklariere und kommuniziere. Indem ich die beiden „Hüte“ sichtbar wechsle.

Januar 11, 2008

Coaching

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 9:44

Im BP-Kurs vom letzten Dienstag hat uns Sebastian mit seinem Einstieg erst einmal den Rhythmus gegeben. Unter dem Motto „Komplexität“ haben wir ihm mit Händen und Füssen nachgeklopft und dabei der Reihe nach aus unseren Weihnachtsferien berichtet. Tatsächlich wurden die Klopfmuster immer vielfältiger und komplexer und Max Woodtli filmte das ganze Klangwerk.

„Fragen geben die Denkrichtung vor“ – damit führte Max ins Coaching ein:

Wir bildeten mit Stühlen einen inneren und einen äusseren Kreis, so dass sich immer zwei gegenüber sitzen. Bei „Aechz, Stöhn, Krächz“ berichtete der/die eine zu „Was ist das letzte Jahr nicht gut gelaufen?“ und die/der PartnerIn stellte Warum-Fragen. Es wurde rotiert und mit neuen Partnern zur selben Frage Wie-Fragen gestellt. Auf beiden Seiten wurden Unterschiede erlebt: z.B. ist Warum auf Ursachen in der Vergangenheit ausgerichtet – die wir wahrscheinlich nie genau kennen werden. Wie ist mehr im Hier-und-Jetzt und zukunftsorientiert auf den Prozess fokussiert. Kontextabhängig kann die Frage nach dem Warum sinnvoll und hilfreich sein. Die Frage nach dem Wie kann jedoch leichter eine Entwicklung in Gang bringen.

In gespielten „Verkaufsgesprächen“ wurde jemand als Verkäufer/Verkäuferin instruiert zwei andere zu überzeugen, eine Ferienreise zu buchen. Diese hatten die Aufgabe, sich möglichst inkongruent zu verhalten: entweder verbal offen und nonverbal verschlossen oder umgekehrt zu sein. Auch hier wurden auf beiden Seiten Unterschiede festgestellt. Beides kann jedoch recht verwirrend sein.

Fazit: mit der Art, wie wir mit unserer Körperhaltung umgehen, beeinflussen wir wie wir denken und mit der Art, wie wir denken, beeinflussen wir unsere Körperhaltung.

„Der Körper ist die Sprache der Seele“ Samy Molcho

Wie können wir mit von konstruktivem Visualisieren und Zielmanagement Schülerinnen und Schülern optimal für ihren Lernprozess coachen?

Dezember 24, 2007

Oeffentlichkeitsfunktion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 7:33

Als ganz wesentlichen Asptekt erwähnt Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) die Oeffentlichkeitsfunktion von Blogs. Gemeint ist, dass Blogs nicht nur ein Froum sind, in dem Menschen aufklären, politisch mobilisieren und die Meinungsbildung beeinflussen. Blogs sind – trotz begrenzter Leserkreise – auch sehr öffentlichkeitswirksam, weil Journalistinnen und Journalisten zunehmend Blogs als Informationsquellen mitverwenden. Besonders in Wahlkämpfen sowie in Krisen-, Kriegs- und Katastrophenfällen – wenn Augenzeugenberichte gefragt sind – bekommen Blogs besondere massenmediale Aufmerksamkeit. Die Beiträge erscheinen in den Suchmaschinen wegen der starken wechselseitigen Verlinkung der Beiträge oft auf den obersten Plätzen. So fürchten z.B. Firmen schlechte Publicity durch kritische Beiträge und Politker versuchen mit eigenen Blogs ihr Image aufzupolieren.

Ich denke, dass diese Oeffentlichkeitsfunktion unsere Welt wesentlich verändert und noch verändern wird. Journalistisch genutzte Blogs können ein wichtiges Instrument sein, um von der Horizontalen von Gleichgestellten bis zur Vertikalen von hierarchisch verschieden Gestellten einen globalen Prozess der Demokratisierung zu unterstützen. Transparenz verändert die Macht- und Konkurrenzverhältnisse.

Ich sehe jedoch auch die Gefahr, dass Blogs in der Oeffentlichkeit zur Verbreitung von Unwahrheiten und zur Indoktrination und Manipulation missbraucht werden. Meine grosse Frage bleibt: Wie können Journalistinnen und Journalisten z.B. unterscheiden, ob ein Blog tatsächlich authentisch von einer Augenzeugin bzw. einem Augenzeugen geschrieben oder bewusst zur Verbreitung falscher Tatsachen veröffentlicht wurde?

Dezember 11, 2007

Wie sozial ist Bloggen?

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 9:06

Neben einer Archiv-, Reflexions- und Ventilfunktion schreibt Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) auch von einer Sozialfunktion. Was wird da unter „sozial“ verstanden?

Mitteilsame Menschen suchen und finden Ansprechpartnerinnen und -partner, sofern sie regelmässig lesenswerte Inhalte veröffentlichen. Auch aktive Bloggerinnen und Blogger gehören zur Blog-Leserschaft und verlinken ihre wichtigsten Blog-Adressen im Bloggroll auf der Startseite des eigenen Blogs. Weitere Kommunikationsmittel sind wechselseitige Kommentare zu einzelnen Beiträgen, E-Mails, Treffen, Stammtische und sogar Tagungen. Die reinen Blog-Leserinnen und -Leser – und natürlich auch die Webstatistik – motivieren den „harten Kern“ zum Weitermachen. Lesende schreiben Kommentare, E-Mails oder geben auch Spenden und praktische Hilfeleistungen.

In einigen Unternehmen werden Blogs gezielt als Werkzeug von Arbeitsteams genutzt. So wird neben der privaten auch die berufliche Vernetzung gefördert.

Was ist das genau für eine Sozialfunktion?

Ich stelle mir vor, dass für aktive Bloggerinnen und Blogger das Bloggen ein nützliches Mittel ist, um Leute zu finden, die sich mit dem gleichen Thema auseinander setzen und um sich über teilweise grosse Distanzen austauschen zu können. Es geht ihnen vor allem darum, gemeinsame Interessen zu pflegen.

Ein anderes Motiv wäre der soziale Austausch an sich. Ich denke, dass es auch einsame Menschen gibt, die übers Bloggen Kontakte suchen und einfach kommunizieren wollen – der Inhalt ist sekundär. Vielleicht gehören auch sozial unsichere Leute dazu, denen es bei einer Beziehung über die Technik wohler ist als in der direkten Begegnung. Es könnten natürlich auch Jugendliche oder Frauen und Männer sein, die z.B. behinderungsbedingt weniger mobil sind, um auf die anderen direkt zuzugehen. Auch Menschen, die in unserer Gesellschaft stigmatisiert werden, hätten so eine Chance auf eine unvoreingenommenere Kommunikation.

Es wäre interessant, die sozialen Motive des Bloggens genauer zu kennen. Vielleicht gibt es ja schon Untersuchungsergebnisse dazu …

Dezember 3, 2007

Bloggen als Ventilfunktion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 11:30

Bloggen ist nicht nur eine rationale Angelegenheit, sondern hat auch eine emotionale Seite. Nicola Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) spricht gar von einer „Ventilfunktion“.

Menschen können ihre Erfahrungen und ihr Erleben mit allen Hochs und Tiefs in Blogs ausdrücken und verarbeiten. Sie können mit Freud und Leid aus ihrem stillen Kämmerlein treten und ihre Situation kommunizieren. Einige Bloggerinnen bzw. Blogger pflegen ihre Probleme selbstironisch darzustellen, im Sinne von „Je grösser die Katastrophe, umso besser die Story“ . So befasst sich z.B. die Betreiberin www.lyssas-lounge.de mit Alltagserfahrungen und Geschichten wie sie das Leben schreibt.

Im Unterschied zum herkömmlichen Tagebuch gibt es beim öffentlichen Online-Tagebuch Kommentare der Leserschaft. Diese können einerseits unterstützend, andererseits auch kritisch sein. Selbstmitleid, eine passive Opferhaltung oder einseitige Schuldzuweisungen an andere werden entsprechend kommentiert.

Ich denke, dass Bloggen gerade für Menschen auf der Schattenseite unserer Gesellschaft, für Minderheiten und Randgruppen ein wichtiges und hilfreiches Sprachrohr sein könnte. Diese Menschen müssten sich vermehrt einen Zungang zum Internet leisten können und für den schriftlichen Ausdruck geschult werden. Ihre Stimmen zu hören wäre auch für alle auf der Sonnenseite ein wichtiges Feedback zur gesellschaftlichen Situation. Der Umgang mit ihnen macht ein Stück weit die Visitenkarte einer Gesellschaft aus.

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