Studiengang S2 PHTG Berufspädagogik

November 18, 2007

Bloggen als Selbstreflexion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 5:02

Blogs können neben einer Achivfunktion auch eine Reflexionsfunktion haben (Döring N., Psychologie Heute, Aug. 2005).

Bloggen ist öffentliches Schreiben und zwingt im Vergleich zum Sprechen zu einer stärkeren Organisation der Ideen, zu gründlicherem Nachdenken und sorgfältigerem Formulieren. Die Argumentation sollte nachvollziehbar und stimmig sein. Im Unterschied zu privaten Notizen, sollten die eigenen Gedanken organisiert und nachhaltig verfasst werden.

Unter Umständen kann dies ein nützlicher Beitrag zur Identitätsentwicklung sein. Die Autorin denkt vor allem an Teenager und an Menschen, deren Identität geschwächt ist; sei dies aufgrund ihrer sozialen Lage, ihrer religiösen Gesinnung, sexuellen Vorlieben oder gesundheitlichen Verfassung. So kann der Selbstwert durch eine eigene Stimme im Blog gestärkt werden.

Aus meiner Erfahrung kann Schreiben tatsächlich differenziertes Denken sein. Ich finde es auch wichig, dass jeder Mensch via Blog ein Sprachrohr hat. Aus meiner Sicht hängt es wahrscheinlich von vielen Faktoren ab, ob Blog-Beiträge zur Entwicklung eines Menschen beitragen: unter anderem von seiner Persönlichkeit, vom Thema, vom Informationsgehalt, ob die Zeit reif ist u.a.m. Auf einen brisanten Beitrag könnten unter Umständen auch heftige und vernichtende Kommentare folgen oder ein Mensch der sich mit seinem Anderssein outet könnte von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Etwas weniger tragisch ist da z.B. ein Blog zum Thema „Rauchen„.

Jede bzw. jeder muss schliesslich eigenverantwortlich entscheiden, ob und wie weit Bloggen ein Weg zur eigenen Selbstreflexion ist.

November 15, 2007

Blog mit Archivfunktion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 4:46

Nicola Döring (Diplompsychologin, Sozialwissenschaftlerin und Professorin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Illmenau und Leiterin des Fachgebietes Medienkonzeption und Medienpsychologie) schreibt in Psychologie Heute (Aug. 2005, 36 ff.) von sechs Funktionen des Bloggens: Archivfunktion, Reflexionsfunktion, Ventilfunktion, Sozialfunktion, Oeffentlichkeitsfunktion und Kreativfunktion. Ich werde hier auf die Archivfunktion und in weiteren Beiträgen auf die andern Aspekte eingehen.

Einfach gesagt, kann Bloggen die Funktion eines „externen Gedächtnisses“ haben, in dem wichtige private oder berufliche Erkenntnisse, Erfahrungen, Quellen und Kontakte gespeichert, bearbeitet und ergänzt werden. So werden Sachverhalte nachvollziehbar und Lernprozesse unterstützt. Die Informationen im eigene Archiv können auch kollektiv gefiltert, strukturiert und genutzt werden – jenseits der kommerziell geprägten Filterstrukturen und Massenmedien.

Ein Beispiel dafür sind Metablogs von Juristinnen und Juristen, die Beiträge aus den Jurablogs (Law blogs oder blawgs) tagesaktuell zusammenfassen (www.jurablogs.de).

Ich denke, dass die Archivfunktion auch in anderen Branchen, Berufen und in der Berufsbildung immer wichtiger werden könnte. Z.B. für ein Projekt, ein Fachgebiet oder Prüfungsaufgaben – es muss einfach damit gerechnet werden, dass jede und jeder ins Archiv schauen kann.

November 14, 2007

Neues aus der Berufspädagogik

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 5:31

Am 06.11. hat uns Ewa mit der Teamübung „Die Decke wenden“ (einfach systemisch! Renoldner Ch., Scala E., Rabenstein R., Münster: Oekotopia Verlag, 2007, S. 130) aktiviert. Es ging darum, dass wir uns alle auf eine mitgebracht Decke stellten und die Aufgabe hatten, diese zu wenden, ohne dass ein Teammitglied dabei von der Decke steigt und den Boden berührt. Der Sinn dieser Aufgabe soll die Zusammenarbeit im Team oder in der Gruppe fördern und stärken. Jedenfalls haben wir die Aufgabe irgendwie umformuliert und sind alle gleichzeitig in Luft gehupft – ohne die Decke zu wenden. Mal schauen wie sich das auf die Gruppe auswirken wird.

Maxi und Annika brachten uns mit ihrem Mini-Input die Förderung der Sozialkompetenzen in der Berufsbildung näher (Euler D., Förderung von Sozialkompetenzen. In: Euler D., Facetten des beruflichen Lernens. Bern: h.c.p. verlag ag, 185-238). Dafür kreierten sie einen eigenen Rubric für Team-Teaching nach dem sie uns über Aspekte wie Definition, Thesen, Erwerb und Aufbau von Sozialkompetenz informierten. Mir wurde einmal mehr klar, wie komplex und schwer fassbar das Konstrukt Sozialkompetenz im Grunde genommen ist.

Weiter stellte uns Max das Lehrmittel „Lernerfolg ist lernbar“ (Müller, Noirjean) vor. Es handelt sich um Karten mit Aufgaben zur Förderung der
Lernkompetenzen:
- Aufgaben und Erklärungen für die Lehrperson
- Medium/Lernformen (blau)
- Umgang mit Wissen (gelb)
- Tipps (rot)
Dieses Hilfsmittel eignet sich für Einzel- oder Gruppenarbeiten. Was ich für meinen Unterricht wichtig finde: dass auch mehrere Lern- und Präsentationsformen kombiniert werden könne wie z.B. für einen Gruppenvortrag. Jedenfalls haben alle eine Bestellung aufgegeben und werden ihre Erfahrungen damit machen.

Im Zusammenhang mit Coaching-Kompetenzen, mit denen wir uns im Januar befassen werden, ging es noch kurz um die Erkenntnis, unter anderem des Hirnforschers Manfred Spitzer, dass positive Emotionen lernförderlich sind. Siehe auch www.cocon.unizh.ch.

Schliesslich zeigte uns Max noch die schöne Metapher von Piccards Heissluftballon: Ballast abwerfen. Eine „Perle“, mit der man sich noch länger auseinandersetzen könnte und ein guter Vorsatz.

Sebastian wird im neuen Jahr den Einstieg machen.

Bloggen Sie auf WordPress.com.