Studiengang S2 PHTG Berufspädagogik

Dezember 24, 2007

Oeffentlichkeitsfunktion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 7:33

Als ganz wesentlichen Asptekt erwähnt Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) die Oeffentlichkeitsfunktion von Blogs. Gemeint ist, dass Blogs nicht nur ein Froum sind, in dem Menschen aufklären, politisch mobilisieren und die Meinungsbildung beeinflussen. Blogs sind – trotz begrenzter Leserkreise – auch sehr öffentlichkeitswirksam, weil Journalistinnen und Journalisten zunehmend Blogs als Informationsquellen mitverwenden. Besonders in Wahlkämpfen sowie in Krisen-, Kriegs- und Katastrophenfällen – wenn Augenzeugenberichte gefragt sind – bekommen Blogs besondere massenmediale Aufmerksamkeit. Die Beiträge erscheinen in den Suchmaschinen wegen der starken wechselseitigen Verlinkung der Beiträge oft auf den obersten Plätzen. So fürchten z.B. Firmen schlechte Publicity durch kritische Beiträge und Politker versuchen mit eigenen Blogs ihr Image aufzupolieren.

Ich denke, dass diese Oeffentlichkeitsfunktion unsere Welt wesentlich verändert und noch verändern wird. Journalistisch genutzte Blogs können ein wichtiges Instrument sein, um von der Horizontalen von Gleichgestellten bis zur Vertikalen von hierarchisch verschieden Gestellten einen globalen Prozess der Demokratisierung zu unterstützen. Transparenz verändert die Macht- und Konkurrenzverhältnisse.

Ich sehe jedoch auch die Gefahr, dass Blogs in der Oeffentlichkeit zur Verbreitung von Unwahrheiten und zur Indoktrination und Manipulation missbraucht werden. Meine grosse Frage bleibt: Wie können Journalistinnen und Journalisten z.B. unterscheiden, ob ein Blog tatsächlich authentisch von einer Augenzeugin bzw. einem Augenzeugen geschrieben oder bewusst zur Verbreitung falscher Tatsachen veröffentlicht wurde?

Dezember 11, 2007

Wie sozial ist Bloggen?

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 9:06

Neben einer Archiv-, Reflexions- und Ventilfunktion schreibt Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) auch von einer Sozialfunktion. Was wird da unter „sozial“ verstanden?

Mitteilsame Menschen suchen und finden Ansprechpartnerinnen und -partner, sofern sie regelmässig lesenswerte Inhalte veröffentlichen. Auch aktive Bloggerinnen und Blogger gehören zur Blog-Leserschaft und verlinken ihre wichtigsten Blog-Adressen im Bloggroll auf der Startseite des eigenen Blogs. Weitere Kommunikationsmittel sind wechselseitige Kommentare zu einzelnen Beiträgen, E-Mails, Treffen, Stammtische und sogar Tagungen. Die reinen Blog-Leserinnen und -Leser – und natürlich auch die Webstatistik – motivieren den „harten Kern“ zum Weitermachen. Lesende schreiben Kommentare, E-Mails oder geben auch Spenden und praktische Hilfeleistungen.

In einigen Unternehmen werden Blogs gezielt als Werkzeug von Arbeitsteams genutzt. So wird neben der privaten auch die berufliche Vernetzung gefördert.

Was ist das genau für eine Sozialfunktion?

Ich stelle mir vor, dass für aktive Bloggerinnen und Blogger das Bloggen ein nützliches Mittel ist, um Leute zu finden, die sich mit dem gleichen Thema auseinander setzen und um sich über teilweise grosse Distanzen austauschen zu können. Es geht ihnen vor allem darum, gemeinsame Interessen zu pflegen.

Ein anderes Motiv wäre der soziale Austausch an sich. Ich denke, dass es auch einsame Menschen gibt, die übers Bloggen Kontakte suchen und einfach kommunizieren wollen – der Inhalt ist sekundär. Vielleicht gehören auch sozial unsichere Leute dazu, denen es bei einer Beziehung über die Technik wohler ist als in der direkten Begegnung. Es könnten natürlich auch Jugendliche oder Frauen und Männer sein, die z.B. behinderungsbedingt weniger mobil sind, um auf die anderen direkt zuzugehen. Auch Menschen, die in unserer Gesellschaft stigmatisiert werden, hätten so eine Chance auf eine unvoreingenommenere Kommunikation.

Es wäre interessant, die sozialen Motive des Bloggens genauer zu kennen. Vielleicht gibt es ja schon Untersuchungsergebnisse dazu …

Dezember 3, 2007

Bloggen als Ventilfunktion

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 11:30

Bloggen ist nicht nur eine rationale Angelegenheit, sondern hat auch eine emotionale Seite. Nicola Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) spricht gar von einer „Ventilfunktion“.

Menschen können ihre Erfahrungen und ihr Erleben mit allen Hochs und Tiefs in Blogs ausdrücken und verarbeiten. Sie können mit Freud und Leid aus ihrem stillen Kämmerlein treten und ihre Situation kommunizieren. Einige Bloggerinnen bzw. Blogger pflegen ihre Probleme selbstironisch darzustellen, im Sinne von „Je grösser die Katastrophe, umso besser die Story“ . So befasst sich z.B. die Betreiberin www.lyssas-lounge.de mit Alltagserfahrungen und Geschichten wie sie das Leben schreibt.

Im Unterschied zum herkömmlichen Tagebuch gibt es beim öffentlichen Online-Tagebuch Kommentare der Leserschaft. Diese können einerseits unterstützend, andererseits auch kritisch sein. Selbstmitleid, eine passive Opferhaltung oder einseitige Schuldzuweisungen an andere werden entsprechend kommentiert.

Ich denke, dass Bloggen gerade für Menschen auf der Schattenseite unserer Gesellschaft, für Minderheiten und Randgruppen ein wichtiges und hilfreiches Sprachrohr sein könnte. Diese Menschen müssten sich vermehrt einen Zungang zum Internet leisten können und für den schriftlichen Ausdruck geschult werden. Ihre Stimmen zu hören wäre auch für alle auf der Sonnenseite ein wichtiges Feedback zur gesellschaftlichen Situation. Der Umgang mit ihnen macht ein Stück weit die Visitenkarte einer Gesellschaft aus.

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