Als ganz wesentlichen Asptekt erwähnt Döring (Psychologie Heute, August 2005, 36-39) die Oeffentlichkeitsfunktion von Blogs. Gemeint ist, dass Blogs nicht nur ein Froum sind, in dem Menschen aufklären, politisch mobilisieren und die Meinungsbildung beeinflussen. Blogs sind – trotz begrenzter Leserkreise – auch sehr öffentlichkeitswirksam, weil Journalistinnen und Journalisten zunehmend Blogs als Informationsquellen mitverwenden. Besonders in Wahlkämpfen sowie in Krisen-, Kriegs- und Katastrophenfällen – wenn Augenzeugenberichte gefragt sind – bekommen Blogs besondere massenmediale Aufmerksamkeit. Die Beiträge erscheinen in den Suchmaschinen wegen der starken wechselseitigen Verlinkung der Beiträge oft auf den obersten Plätzen. So fürchten z.B. Firmen schlechte Publicity durch kritische Beiträge und Politker versuchen mit eigenen Blogs ihr Image aufzupolieren.
Ich denke, dass diese Oeffentlichkeitsfunktion unsere Welt wesentlich verändert und noch verändern wird. Journalistisch genutzte Blogs können ein wichtiges Instrument sein, um von der Horizontalen von Gleichgestellten bis zur Vertikalen von hierarchisch verschieden Gestellten einen globalen Prozess der Demokratisierung zu unterstützen. Transparenz verändert die Macht- und Konkurrenzverhältnisse.
Ich sehe jedoch auch die Gefahr, dass Blogs in der Oeffentlichkeit zur Verbreitung von Unwahrheiten und zur Indoktrination und Manipulation missbraucht werden. Meine grosse Frage bleibt: Wie können Journalistinnen und Journalisten z.B. unterscheiden, ob ein Blog tatsächlich authentisch von einer Augenzeugin bzw. einem Augenzeugen geschrieben oder bewusst zur Verbreitung falscher Tatsachen veröffentlicht wurde?