Studiengang S2 PHTG Berufspädagogik

Februar 28, 2008

Rund ums Lernen …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 5:54

Lernen = Die andern daran erinnern, was sie eh schon wissen (Max Woodtli)

1. Zusätzlich zur Arbeit an den Ressourcen ging es in der letzten Veranstaltung Berufspädagogik um das Projekt „One Laptop per a Child“ OCPC von Nicholas Negroponte vorgestellt.

Max hat uns einen 100 Dollar-PC mitgebracht: ein kleines weiss-grünes, aufklappbares „Ding“ aus Plastik. 600 Mio. Stück sollen schon verkauft sein. Beim Kauf eines Exemplars wird ein zweites erworben, das einem Kind in Afrika geschenkt wird. Der Mini-Laptop arbeitet für 4-5 Stunden unter anderem mit Sonnenenergie. Das Gerät lässt sich auch als elektronisches Buch benutzen. Auch bei Sonnenlicht ist der Kontrast gut leserlich.

2. Beim Kalibrieren (sich auf jmd. einstellen) dachte eine „Versuchsperson“ an eine ihr sympathische und eine unsympathische Person. Sie hatte die Aufgabe, für die beiden Personen relevante Vergleiche zu ziehen, z.B. wer ist grösser? und dabei an die entsprechende Person zu denken. Vor allem beim zweiten Versuch tippten wir Beobachterinnen und Beobachter bei den Unterscheidungen jeweils auf die richtige Person, sympathisch bzw. unsympathisch. Die Körpersprache, insbesondere die Mimik, verrät viel über unser Denken und Fühlen. Als Karikatur hat uns Max Emil als „Wahlverlierer“ vorgespielt.

3. Als Hausaufgabe beschreiben wir drei biografische Anekdoten aus unterschiedlichen Lebensabschnitten mit herausfordernden Situationen.

Als zweite Hausaufgabe schreiben wir in Anlehnung ans NLP (Neurolinguistisches Programmieren) eine „filmreife“ Zielformulierung für ein realistisches Ziel, das wir erreichen wollen. Wir beantworten die Fragen positiv „Was werden Sie stattdessen tun?“, prozesshaft und spezifisch „Wie werden Sie das genau tun?“ und beschreiben unsere Wahrnehmung auf allen Sinnesebenen und stellen uns die Kontrollfrage: „Was werden Sie tun, wenn das eintritt?“ Der Coach paraphrasiert die Zielformulierung in den Worten des Autors, der Autorin. Beide erstellen z.B. einen entsprechenden selbstbestimmten Lernvertrag.

Ressourcen anzetteln …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 8:40

Gestern ging’s im Einstieg um unsere Wege des immer „systemischeren Handelns“. Mit dem exemplarischen Beispiel „Ressourcen anzetteln“ knüpfe ich an die letzte Veranstaltung mit den Themen Persönlichkeitspsychologie und Coaching-Gespräche an. Auch da ging es indirekt um die Förderung von Ressourcen. Aus dem Buch „einfach systemisch!“ (S. 163 ff.) habe ich Elemente der Ressourcen-Arbeit übernommen, mit eigenen Ideen kombiniert und Uebungen kreiert.

Einführung:

Beim „systemischem Handeln“ geht es unter anderem darum, Themen und Prozesse in Raum und Zeit zu visualisieren und zu verändern, d.h. als Statuen, Bilder, Symbole, Geschichten u.a.m.

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Bild 1: z.B. meine „Ressource“ Linde Obholz

Es gibt Menschen, denen wurden viele Ressourcen praktisch „in die Wiege gelegt“, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die haben rundum viele Ressourcen-Personen. Andere wiederum müssen sich ihre Ressourcen-Quellen selber suchen und aktivieren.

Die folgenden Übungen sollen einen exemplarischen und beispielhaften Eindruck vermitteln, wie wir bei uns als (zukünftige) Lehrerinnen und Lehrer Ressourcen „anzetteln“ können. Dabei können uns die eigenen Erfahrungen helfen, mit Klassen und in Einzel-Coachings ressourcenorientiert zu arbeiten.

In den Uebungen geht es um:

1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit
2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum
3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft
4. Den „Feedback-Doppeldecker“

1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit

Bild 2: Pestalozzi

Zuerst ging es darum, sich an eine Lehrperson zu erinnern, die für einem auf irgend eine Art und Weise am ehesten eine Ressourcen-Person war und ist und zu zweit auszutauschen. Dann wird die Partnerin bzw. der Partner in eine passende Position gestellt und während 5 Atemzügen als Ressourcen-Person wahrgenommen.

2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum

Bild 3: Lehrerin

In der zweiten Übung erinnerten sich alle an ein Ressourcen-Erlebnis im Erfahrungspraktikum und wählten eine Memory-Karte oder zeichneten ein entsprechendes Symbol, das zum Ressourcen-Erlebnis passt.

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Bilder 4 und 5: Ressourcen-Erlebnisse in Bildern

Die Partnerin bzw. der Partner formuliert Hypothesen: Ich denke, du hast dieses Symbol gewählt, weil … Diese Annahmen werden bestätigt oder widerlegt: Ich habe dieses Symbol gewählt, weil es für mich folgendes bedeutet: …

3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft

Bilder 6 und 7: Wasserträger und Krug

Beim Ressourcen-Reframing ging es um`s Umdeuten am Beispiel des vertonten indischen Volksmärchens „Der unvollkommene Krug“: In einem fernen Land geht ein Wasserträger täglich zum Fluss, um zwei Krüge voll Wasser nach Hause zu tragen. Während der eine Krug makellos ist, hat der zweite einen Sprung. Am Ziel ist er nur noch halb voll. Der unvollkommene Krug schämt sich sehr dafür. Der Wasserträger hat Samen gesät, die der unvollendete Krug tränkte. Er bittet den Krug, auf die Blumen zu achten, die nur auf seiner Seite am Wegrand wachsen. So kann der Wasserträger täglich seiner Frau, die krank und bettlägerig ist, einen Strauss frischer Blumen mitbringen.

Jede bzw. jeder notiert sich auf der einen Blattseite eigene „Sprünge“ bzw. Hinderliches und schreibt auf die Rückseite des Blattes wie dieser „Makel“ positiv umgedeutet werden kann.

4. Den „Feedback-Doppeldecker“

Schliesslich suchten wir beim Feedback-Doppeldecker auf folgende Fragen mögliche Antworten:
- Welche Ressourcen haben die Übungen bei dir „angezettelt“?
- Welche weiteren Ressourcen-Übungen fallen dir ein?
- Wie würdest du als Lehrerin bzw. Lehrer mit Ressourcen arbeiten?

Besonders im Sport scheinen Ressourcen-Personen schon „aktiv am Werk“ zu sein. Eine weitere Ressourcen-Übung unter anderen wäre, sich gegenseitig Stärken zuzuordnen. Mögliche Ressourcen-Arbeit wird – bei den bestehenden Stoffplänen und der zur Verfügung stehenden Zeit – vor allem in der Klassenlehrerstunde oder in Projekten gesehen. Max Woodtli nennt Beispiele, wo die Arbeit an Stärken und Ressourcen dazu geführt hat, dass der Stoff in kürzerer Zeit gelernt wurde.

Sandrine und Frauke haben in ihrem Blogs weitere interessante Erfahrungen reflektiert. So kann z.B. auch eine unangenehme Person in uns Ressourcen wecken … Max Woodtli hat noch einen guten Buchtipp zur Ressourcenarbeit mit Jugendlichen: Maja Storch.

Schliesslich geht es darum, das eigene Ressourcen-Reservoir anzureichern. Wenn ich als Lehrerin bzw. Lehrer meine Ressourcen pflege, hilft es mir, Schülerinnen und Schüler entsprechend zu coachen. Ein gutes Coaching für Lernende kann wiederum sehr energiespendend sein und „perpetuum-mobile-artig“ wirken.

Bild 8, 9, 10, 11: z.B. die Natur als „Ressourcen-Spenderin“

Februar 20, 2008

Immer systemischer unterrichten …

Gespeichert unter: Uncategorized — nicoret @ 6:54

Sandrine hat gestern das zweite Semester mit einem Line-Dance eröffnet, einer Tanzart aus den USA. Wir haben neben- und hintereinander zu schneller Country-Musik mit raschen Schrittkombinationen getanzt. Anstatt auf den Holzbogen zu klopfen haben wir auf dem Teppich Staub aufgewirbelt. Tom gab uns den Tipp von einer Line-Dance-Gruppe in Amriswil.

Timo und Sebastian haben uns mit ihrem Mini-Input wesentliche Aspekte zur Persönlichkeitskompetenz vermittelt. Wichtig ist, dass sie an konkreten Herausforderungen gefördert wird. Die Anordnung der Tische als Dreieck fand ich für die Gruppenarbeit und die Diskussion sehr angenehm. Ich werde das in meinem Unterricht ausprobieren. Je nach Klassengrösse werde ich auch ein Vier- oder Fünfeck bilden.

Max ist nochmals auf die Bedeutung des Rapports beim Coaching eingegangen – vergleichbar mit einem Paartanz. Ein weiterer wesentlicher Aspekt für das Coaching ist die Sprache und die Kommunikation. Verschiedene Ansätze können uns dabei helfen: z.B. Didaktische Modelle (z.B. Peterssen), Beratungsmodelle und therapeutische Modelle (Kersten Reich) oder Subjektwissenschaftliche Modelle (Andreas Gruschka). Der Fokus liegt auf der Lösungsorientierung: wir sehen den Käse um das Loch. Das Gegenteil wäre das Lied von „stiller has“, „Was isch?„. Wir wissen auch, dass wir nicht alles wissen (Lethologie; Heinz von Förster). In einer Übung haben wir anhand von Sätzen zwischen Beobachten und Interpretieren unterschieden.

Wie kann ich gleichzeitig fördern und beuteilen? Indem ich beides transparent deklariere und kommuniziere. Indem ich die beiden „Hüte“ sichtbar wechsle.

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