Gestern ging’s im Einstieg um unsere Wege des immer „systemischeren Handelns“. Mit dem exemplarischen Beispiel „Ressourcen anzetteln“ knüpfe ich an die letzte Veranstaltung mit den Themen Persönlichkeitspsychologie und Coaching-Gespräche an. Auch da ging es indirekt um die Förderung von Ressourcen. Aus dem Buch „einfach systemisch!“ (S. 163 ff.) habe ich Elemente der Ressourcen-Arbeit übernommen, mit eigenen Ideen kombiniert und Uebungen kreiert.
Einführung:
Beim „systemischem Handeln“ geht es unter anderem darum, Themen und Prozesse in Raum und Zeit zu visualisieren und zu verändern, d.h. als Statuen, Bilder, Symbole, Geschichten u.a.m.

Bild 1: z.B. meine „Ressource“ Linde Obholz
Es gibt Menschen, denen wurden viele Ressourcen praktisch „in die Wiege gelegt“, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die haben rundum viele Ressourcen-Personen. Andere wiederum müssen sich ihre Ressourcen-Quellen selber suchen und aktivieren.
Die folgenden Übungen sollen einen exemplarischen und beispielhaften Eindruck vermitteln, wie wir bei uns als (zukünftige) Lehrerinnen und Lehrer Ressourcen „anzetteln“ können. Dabei können uns die eigenen Erfahrungen helfen, mit Klassen und in Einzel-Coachings ressourcenorientiert zu arbeiten.
In den Uebungen geht es um:
1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit
2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum
3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft
4. Den „Feedback-Doppeldecker“
1. Meine Ressourcen-Lehrerin, mein Ressourcen-Lehrer in der Vergangenheit

Bild 2: Pestalozzi
Zuerst ging es darum, sich an eine Lehrperson zu erinnern, die für einem auf irgend eine Art und Weise am ehesten eine Ressourcen-Person war und ist und zu zweit auszutauschen. Dann wird die Partnerin bzw. der Partner in eine passende Position gestellt und während 5 Atemzügen als Ressourcen-Person wahrgenommen.
2. Mein Ressourcen-Erlebnis im aktuellen Erfahrungspraktikum

Bild 3: Lehrerin
In der zweiten Übung erinnerten sich alle an ein Ressourcen-Erlebnis im Erfahrungspraktikum und wählten eine Memory-Karte oder zeichneten ein entsprechendes Symbol, das zum Ressourcen-Erlebnis passt.


Bilder 4 und 5: Ressourcen-Erlebnisse in Bildern
Die Partnerin bzw. der Partner formuliert Hypothesen: Ich denke, du hast dieses Symbol gewählt, weil … Diese Annahmen werden bestätigt oder widerlegt: Ich habe dieses Symbol gewählt, weil es für mich folgendes bedeutet: …
3. Mein Ressourcen-Reframing für die Zukunft


Bilder 6 und 7: Wasserträger und Krug
Beim Ressourcen-Reframing ging es um`s Umdeuten am Beispiel des vertonten indischen Volksmärchens „Der unvollkommene Krug“: In einem fernen Land geht ein Wasserträger täglich zum Fluss, um zwei Krüge voll Wasser nach Hause zu tragen. Während der eine Krug makellos ist, hat der zweite einen Sprung. Am Ziel ist er nur noch halb voll. Der unvollkommene Krug schämt sich sehr dafür. Der Wasserträger hat Samen gesät, die der unvollendete Krug tränkte. Er bittet den Krug, auf die Blumen zu achten, die nur auf seiner Seite am Wegrand wachsen. So kann der Wasserträger täglich seiner Frau, die krank und bettlägerig ist, einen Strauss frischer Blumen mitbringen.
Jede bzw. jeder notiert sich auf der einen Blattseite eigene „Sprünge“ bzw. Hinderliches und schreibt auf die Rückseite des Blattes wie dieser „Makel“ positiv umgedeutet werden kann.
4. Den „Feedback-Doppeldecker“
Schliesslich suchten wir beim Feedback-Doppeldecker auf folgende Fragen mögliche Antworten:
- Welche Ressourcen haben die Übungen bei dir „angezettelt“?
- Welche weiteren Ressourcen-Übungen fallen dir ein?
- Wie würdest du als Lehrerin bzw. Lehrer mit Ressourcen arbeiten?
Besonders im Sport scheinen Ressourcen-Personen schon „aktiv am Werk“ zu sein. Eine weitere Ressourcen-Übung unter anderen wäre, sich gegenseitig Stärken zuzuordnen. Mögliche Ressourcen-Arbeit wird – bei den bestehenden Stoffplänen und der zur Verfügung stehenden Zeit – vor allem in der Klassenlehrerstunde oder in Projekten gesehen. Max Woodtli nennt Beispiele, wo die Arbeit an Stärken und Ressourcen dazu geführt hat, dass der Stoff in kürzerer Zeit gelernt wurde.
Sandrine und Frauke haben in ihrem Blogs weitere interessante Erfahrungen reflektiert. So kann z.B. auch eine unangenehme Person in uns Ressourcen wecken … Max Woodtli hat noch einen guten Buchtipp zur Ressourcenarbeit mit Jugendlichen: Maja Storch.
Schliesslich geht es darum, das eigene Ressourcen-Reservoir anzureichern. Wenn ich als Lehrerin bzw. Lehrer meine Ressourcen pflege, hilft es mir, Schülerinnen und Schüler entsprechend zu coachen. Ein gutes Coaching für Lernende kann wiederum sehr energiespendend sein und „perpetuum-mobile-artig“ wirken.



Bild 8, 9, 10, 11: z.B. die Natur als „Ressourcen-Spenderin“